Kunst Moderation Nachhaltigkeit Veranstaltung

Internationales Symposium „Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls“ (Museum Ostwall)

Was erzählt der Umgang mit Müll über unsere globalisierte Welt, über wirtschaftliche Abhängigkeiten und koloniale Kontinuitäten?. Diese und weitere Fragen haben im Zentrum des am 11. Juni 2026 von Prasanna Oommen moderierten internationalen Symposiums „Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls“ gestanden, das im Dortmunder U stattgefunden hat. Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Museum Ostwall haben Expert*innen aus Kunstgeschichte, Wissenschaft und Praxis verschiedene Perspektiven auf Abfall als Material und ästhetische Strategie sowie dessen globale Auswirkungen beleuchtet.

Nach der Begrüßung durch die Direktorin Regina Selter sowie die Kurator*innen Christina Danick und Michael Griff hat Amanda Boetzkes (University of Guelph) die Veranstaltung mit einer Keynote zu den Verflechtungen von Plastik, Kapital und visueller Kultur eröffnet. Im anschließenden zweisprachigen Panel hat Prasanna Oommen mit Maja und Reuben Fowkes, Gillian Sneed und Michael Diers über politisch engagierte Kunst der 1960er- bis 1980er-Jahre und deren Bedeutung für heutige ökologische Debatten diskutiert. Dabei sind insbesondere Themen wie dekolonialer Widerstand, feministische Praktiken und die Sichtbarmachung ökologischer Zerstörung Schwerpunkte gewesen.

Im weiteren Verlauf hat der Fokus auf zeitgenössischen Positionen und künstlerischen Praktiken gelegen. Die Künstlerinnen Susi Gutsche und Anna Zett haben das Thema in Lecture Performances verarbeitet und visualisiert. In einem zweiten Panel unter der Moderation von Christina Danick ist außerdem über Themen wie E-Waste, postkoloniale Machtstrukturen in der Ausstellungskultur und digitales Erbe gesprochen worden. Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, wie Kunst als „Counterstrike“ gegen kapitalistische Verdrängung wirken kann und welche utopischen Potenziale in der Auseinandersetzung mit globalen Abfallströmen liegen.

Beitragsbild: Museum Ostwall im Dortmunder U; © Daniel Sadrowski