Mit der digitalen Reihe Talk & Connect – International Dance Dialogue lädt das nrw landesbuero tanz die internationale Tanzszene zu einem offenen Austausch über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven ein. Moderiert wird die Reihe in englischer Sprache von Prasanna Oommen.
In einem Jahr, in dem die internationale tanzmesse nrw nicht stattfindet, schafft das digitale Format einen Raum, um bestehende Netzwerke weiterzuführen, neue Verbindungen zu knüpfen und gemeinsam zentrale Fragen der internationalen Zusammenarbeit im zeitgenössischen Tanz zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen Themen wie internationale Kooperation, Produktionsbedingungen, Mobilität und Touring, Diversität und Zugänglichkeit sowie Machtstrukturen innerhalb globaler Arbeitskontexte. Nach einem Input bzw. Panelgespräch sind die Teilnehmenden eingeladen, sich aktiv einzubringen und eigene Perspektiven zu teilen.
Die Reihe versteht sich als Ort des Dialogs: Sie bringt Künstler*innen, Kurator*innen, Produzent*innen und weitere Akteur*innen aus Nordrhein-Westfalen und internationalen Kontexten zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, Herausforderungen sichtbar zu machen und neue Formen der Zusammenarbeit zu denken. Gleichzeitig bildet talk & connect eine Brücke hin zu einem internationalen Live-Event im Jahr 2028.
Folge #1: Working Together – Networks and Partnerships (25.03.26)
Zum Auftakt der Reihe hat Prasanna Oommen mit Laurynas Žakevičius, künstlerischer Leiter von Low Air Vilnius City Dance Theatre, und Quito Tembe, Kurator und künstlerischer Leiter der internationalen Plattform KINANI, über Bedingungen und Herausforderungen internationaler Zusammenarbeit im Tanz gesprochen. Ergänzt worden ist das Gespräch durch Einblicke von Choreografin Stephanie Thiersch, die aus einem aktuellen Kooperationsprojekt berichtet hat.
Im Zentrum haben Fragen nach fairen und nachhaltigen Partnerschaften, nach den konkreten Arbeitsrealitäten international tätiger Künstler*innen sowie nach bestehenden Machtverhältnissen und strukturellen Ungleichgewichten gestanden. Diskutiert worden ist, wie Zusammenarbeit unter unterschiedlichen Bedingungen gestaltet wird, welche Verantwortung dabei geteilt werden kann und wie sich Formen von Solidarität und Austausch weiterentwickeln lassen.
Folge #2: Rethinking Touring — Care, Sustainability and International Visibility (07.05.26)
In der zweiten Ausgabe von Talk & Connect hat Prasanna Oommen gemeinsam mit der Choreografin und Aktivistin Chiara Bersani, Matthew Covey von Tamizdat sowie Margherita Petti von Perform Europe über die Zukunft internationaler Touring-Praxen im Tanz gesprochen. Ausgangspunkt ist die Frage gewesen, warum internationale Gastspiele trotz wachsender ökologischer, finanzieller und administrativer Herausforderungen weiterhin eine zentrale Rolle im Tanzfeld spielen.
Im Mittelpunkt standen Spannungsfelder zwischen internationaler Sichtbarkeit, nachhaltigen Produktionsweisen und Fragen von Care und Zugänglichkeit. Diskutiert worden ist, welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, um Touring langfristig gerechter, verantwortungsvoller und widerstandsfähiger zu gestalten – von neuen Formen regionaler Zusammenarbeit bis hin zu veränderten Förder- und Mobilitätsstrukturen. Auch die Verantwortung von Festivals, Spielstätten und Institutionen im Umgang mit fairen Arbeitsbedingungen und Inklusion wurde thematisiert.
Talk & Connect #3: Shaping New Models – What kinds of exchange do we actually need? (09.09.26)
In der dritten Ausgabe von Talk & Connect hat Prasanna Oommen mit Stine Nilsen, künstlerische Leiterin von Dansens Hus in Oslo, Ratri Anindyajati, Leitung des Indonesian International Dance Festival in Jakarta, und dem Choreografen Moritz Ostruschnjak aus München über die Rolle von Kurator*innen im internationalen Tanz-Ökosystem gesprochen. Ausgangspunkt ist die provokante Frage der Tanztriennale 2026 „Are platforms dead?“ gewesen und damit die Frage, was an die Stelle der Plattformen treten könnte. Diskutiert worden ist, wie kuratorische Prozesse jenseits etablierter Netzwerke und Ästhetiken des globalen Nordens neu gedacht werden können und welche Formate und Infrastrukturen eine gleichberechtigte Begegnung zwischen Künstler*innen, Presenter*innen und Kurator*innen ermöglichen.
Talk & Connect #4 – International Dance Dialogue: Holding The Line – Resistance, Resilience and cross-border Connections (14.10.26)
Mit Talk & Connect #4 ist die diesjährige Reihe des internationalen tanzmeetings in ihre vorerst letzte Runde gegangen. Zum Abschluss ist die Frage gestellt worden: Wie können wir entgegen aller Herausforderungen unserer Zeit künstlerisch und kuratorisch mit humanistischen Werten agieren und dabei widerständig, empathisch und resilient bleiben? Das hat Prasanna Oommen mit Emma Elefánti, Qudus Onikeku, Mamela Nyamza, Igor Shugaleev und Natacha Melo diskutiert.
In kurzen Statements haben die Tanzschaffenden aus verschiedenen Ländern ihre Erfahrungen mit Repression und Einschränkungen künstlerischer Freiheit geteilt, von Strategien des Widerstands berichtet und davon, wie sich Resilienz, individuell wie kollektiv, langfristig aufbauen lässt. Diskutiert worden ist auch, wie wir uns künftig international vernetzen und gegenseitig stärken können, wenn politische Rahmenbedingungen sich verschärfen und Grenzen sich verhärten, und auf welche positiven Erfahrungen, Strategien und Verbindungen wir bereits zurückgreifen können.
